Es ist beschämend, dass einige Politiker das Thema Pflege jetzt erst, kurz vor der Wahl als wichtig erachten....

 

Es ist beschämend, dass einige Politiker das Thema Pflege jetzt erst, kurz vor der Wahl als wichtig erachten, weil es für sie anscheinend der letzte Strohhalm zu sein scheint, doch noch gewählt zu werden.


Dann werden wir ja in den nächsten 4 Jahren sehen, ob die Pflege ihnen wirklich das Wert ist, was sie uns in ihrer Hilflosigkeit jetzt versprochen haben.

Solange Politiker, Entscheidungsträger über pflegerelevante Richtlinien, Interessenvertreter der entsprechenden Kostenträger und Immobilien nur im 4 Jahreszyklus der Politik denken und handeln, wird sich nichts ändern, da sie ja von den Auswirkungen ihrer Entscheidungen nicht persönlich betroffen sind und das Geld haben, sich menschenwürdig „bedienen“ zu lassen.

 

Es werden vom Staat eher Banken vor dem Bankrott gerettet, die das Geld ihrer Anleger beim Monopoly der Gewinnoptimierung verzockt haben und Unternehmen der Autoindustrie, die ihren Managern Millionen Gehälter und den Bandarbeitern traumhafte Löhne, plus Sondergratifikationen zahlen, von denen Pflegekräfte nur träumen können.

Solange die Pflege immer noch in der Aura des untertänigen Dienens des Mittelalters dümpelt, wird sich nichts ändern.

 

Es ist eine Schande für alle Menschen, dass viele Pflegende im Laufe der Jahre durch unser Gesundheitssystem in eine Situation gebracht werden, Pflegebedürftige so versorgen zu müssen, wie sie selbst nie behandelt werden möchten.

Und wenn dann noch die Vergütung von Pflegekräften der Maßstab für die Würdigung ihrer schweren Arbeit ist, müssen wir uns alle bezüglich unserer Gesetzgebung und seiner sozialpolitischen Vertreter, die wir gewählt haben, in Grund und Boden schämen.


Deshalb macht es mich manchmal richtig wütend, wenn irgendwelche „großkopferten“ Politiker und Lobbyisten, die an sozialpolitischen Richtlinien arbeiten, sich gerne durch das Blitzlichtgewitter der Presse ihren sozial-hysterischen Heiligenschein noch vergrößern lassen, aber nicht mal im Ansatz wissen, wovon sie reden und was Pflegende, egal ob Familienangehörige oder professionelle Pflegekräfte, überhaupt leisten und auszuhalten haben.


In Anbetracht dessen, dass Facharbeiter in der Autoindustrie am Band den doppelten bis dreifachen Lohn von Pflegekräften erhalten, muss die Frage erlaubt sein, warum die Produktion von Autos gesellschaftlich einen größeren Stellenwert hat, als die Versorgung von hilfsbedürftigen Menschen und wir alle nicht unserem Bauchgefühl entsprechend dagegen rebellieren.

 

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

 

Das scheint aber nicht für Pflegende und Pflegebedürftige zu gelten.

 

 

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