Resonanz - Rezension - Bewertung


17. Mai 2019

 

Rezension von Marcus Jogerst-Ratzka

 

Das Buch Beziehungsgeschichten von Eckhard Pawlowski ist ein Buch nicht nur für Pflegekräfte, aber auch für diese.

Das Buch sorgt an vielen Stellen für Irritation. Es nimmt die Leserin ruhig hinauf um sich von oben einen umfassenden Blick über die Dynamik von „Beziehungsgeschichten“ zu machen und deren oft langen Arm bis in die Pflegesituationen hinein.

Pawlowski zerlegt sogar die Verlogenheit unserer Sprache im Alltag, wenn er Sätze wie „Ihr Mann ist in Russland gefallen“ seziert und aufzeigt wie sehr wir dadurch die Geschichte vom eigentlich „Geschehenen“ entfernen und wie wir Beziehungen mit dem Ungesagten belasten.

Für jede die in der professionellen Pflege und Betreuung tätig ist hält das Buch Momente bereit in denen sie unweigerlich an eigene „Pflegebeziehungsgeschichten“ denkt.

Pawlowski verdeutlicht an Beispielen, wie ungelöste Familienkonflikte oder biografisch prägende Lebenslinien massiven Einfluss auf die Pflegesituation nehmen und stellt sich damit auch bewusst gegen eine dem Spardiktat und auf Effizienz ausgerichtete professionelle Pflege. Er spricht sich damit auch gegen eine Laienpflege durch Wahllosigkeit aus moralischer Pflicht oder finanziellen Erwägungen aus. Wenn Laienpflege auf einer gesunden und reflektierten Basis steht, dann kann sie gelingen. Er zeigt mit dem Buch auf, dass es zur Pflege eben mehr braucht als ein umfassendes Wissen über Pflegediagnosen und aktuellen pflegerischen Maßnahmen. Er zeigt auf, warum der Beziehungsaufbau zum Menschen mit Pflegebedarf so wichtig ist und warum dieser auch mal Wochen oder Monate gehen kann und auch gehen dürfen muss. Warum fachlich gute Pflege Zeit braucht zur Wahrnehmung und zur Reflektion.

Der Autor beschreibt aber auch wie nach dem Auflösen von Missverständnissen Pflegesituationen heilen können und für alle Beteiligten ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht werden kann.

Das Buch lehrt dem Lesenden das nichts einfach nur „Ist“ sondern es Zusammenhänge gibt die weit in der Menschheitsgeschichte zurückliegen. Nicht alle Zusammenhänge, die Pawlowski beschreibt sind einer Pflegefachperson unbekannt. Aber die Zusammenhänge in dieser Konzentration in einem Buch vorzufinden ist eine große Chance.

Es wäre schön, wenn sich professionell Pflegende und Laienpflegekräfte in den Familien mit diesen Geschichten auseinandersetzen würden, und wenn alle anderen verstehen würden das Pflege eben viel mehr ist als nur nach Expertenstandards zu arbeiten. Pflege hat zuerst die Aufgabe zu verstehen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Marcus Jogerst-Ratzka

 

-Geschäftsführung-

Seniorenhaus Renchen GmbH

Seniorenhaus Renchen- Villa Auguste

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Fax.:      07843-99588-199

 


15. Juni 2018

 

Hallo ! Dein Buch finde ich wundervoll! Bewegend, lehrreich, inspirierend, ehrlich und wunderbar geschrieben!

Mit respektvollen Grüßen Beatrix Langenecker


04. April .2018

 

Sehr beeindruckend Eckhard. Du beschreibst die Alltagssituationen sehr treffend und mit viel Gefühl. Man erkennt sich selbst in dem Buch anhand der Beispiele.

Es ist Realistisch aber auch mit Humor geschrieben.
Vielen Dank!
Ich kann es allen nur empfehlen!


Inka Angelika Gottsleben      www.facebook.com/inka.gottsleben?hc_ref=ARSBlkAcIDd-wEXyzwPyQxTAamIRGIWPVEJ5N0khWQ3ZcrgvHgvCygK5lb5-4kgNQ7s&fref=nf 

 

 

29. Dezember 2017

 

 

"Eckhard Pawlowskis Beziehungsgeschichten tun weh.

Zum einen schmerzt der Nacken vom permanenten zustimmenden Kopfnicken, zum anderen schmerzt die Seele, weil der Autor unangenehme Wahrheiten ungeschönt benennt.

 

Pawlowski schreibt aus dem Leben, über das Leben und für das Leben. Ein Praktiker, der seine Beobachtungen und LEBENserfahrungen auf den Punkt bringt und sogar Auswege aus Pflege- und Beziehungsnotständen aufzeigt, die praktikabel sind.

Ich habe die Lektüre sehr genossen und kann sie wärmstens empfehlen."

 

Britta Weimann

    

Rezension beim Verlag twentysix

https://www.twentysix.de/shop/beziehungsgeschichten-eckhard-pawlowski-9783740713683

16. Juni 2017

 

Heute möchte ich etwas zu deinem Buch schreiben. Es geht um die Wut und Trauer der Erwachsenen bei einer Beerdigung (Seite 81).
Ich habe meine Eltern dabei nie weinen gesehen, einmal hieß es Papa hätte im Schlafzimmer bitterlich geweint, als seine Mutter gestorben ist, aber wir mussten so tun, als ob wir nichts davon wussten.
Mir tat mein Vater so leid, aber es war ein Tabu, ihn darauf anzusprechen. Er wäre dann gefährlich wütend geworden, denn solche Gefühle zeigten nur Schwächlinge.
Er hat uns Kinder auch des Öfteren verspottet, wenn wir geweint hatten.
Dann zog er eine Fratze und sagte, so hässlich seht ihr dabei aus.
Ich habe mich immer geschämt zu weinen, denn ich sah ja so hässlich dabei aus. Ich arbeite immer noch dran. 😉

Ich melde mich wieder, da sind noch so einige angestrichene Passagen aus deinem Buch, zu denen ich noch gerne etwas schreiben möchte.


Ein tolles Buch!

 

S.W. eine Leserin aus Gütersloh

 

 

07. Mai 2017

 

Da ich gerade die überarbeitete Version des Buches lese, bin ich heute über einen Satz gestolpert:
Ein suchtkranker Mensch kann die durch Distanz ausgelöste Spannung untereinander und damit die Eigenart des anderen oft nicht akzeptieren, wobei er sich
immer im Recht fühlt und meint, alles richtig zu machen.

 

Da ist mir ein Licht aufgegangen, denn ich bin mit 2 suchtkranken Menschen aufgewachsen und auch mein verstorbener Mann war schwer alkohol- und drogenabhängig.

Ich hatte immer das Gefühl mit mir stimmt etwas nicht, ich müsste nur anders sein, damit man mir keine Vorwürfe machte.

Ich hatte mich vollkommen vergessen und habe nur noch funktioniert, wie eine Maschine. Das ich auch ein Recht auf meine Eigenartigkeit hatte, ist mir erst jetzt bewusst geworden.


Dein Buch regt zum Nachdenken an, es eröffnet aber auch neue Sichtweisen, die sehr wertvoll sind.

Dieses Buch kann man mehrmals lesen, es wird nicht langweilig.

 

S.W. eine Leserin aus Gütersloh