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Freitag, 16. Juni 2017

 

Heute möchte ich etwas zu deinem Buch schreiben. Es geht um die Wut und Trauer der Erwachsenen bei einer Beerdigung (Seite 81).
Ich habe meine Eltern dabei nie weinen gesehen, einmal hieß es Papa hätte im Schlafzimmer bitterlich geweint, als seine Mutter gestorben ist, aber wir mussten so tun, als ob wir nichts davon wussten.
Mir tat mein Vater so leid, aber es war ein Tabu, ihn darauf anzusprechen. Er wäre dann gefährlich wütend geworden, denn solche Gefühle zeigten nur Schwächlinge.
Er hat uns Kinder auch des Öfteren verspottet, wenn wir geweint hatten.
Dann zog er eine Fratze und sagte, so hässlich seht ihr dabei aus.
Ich habe mich immer geschämt zu weinen, denn ich sah ja so hässlich dabei aus. Ich arbeite immer noch dran. 😉

Ich melde mich wieder, da sind noch so einige angestrichene Passagen aus deinem Buch, zu denen ich noch gerne etwas schreiben möchte.


Ein tolles Buch!

 

S.W. eine Leserin aus Gütersloh

 

07. Mai 2017

 

Da ich gerade die überarbeitete Version des Buches lese, bin ich heute über einen Satz gestolpert:
Ein suchtkranker Mensch kann die durch Distanz ausgelöste Spannung untereinander und damit die Eigenart des anderen oft nicht akzeptieren, wobei er sich
immer im Recht fühlt und meint, alles richtig zu machen.

 

Da ist mir ein Licht aufgegangen, denn ich bin mit 2 suchtkranken Menschen aufgewachsen und auch mein verstorbener Mann war schwer alkohol- und drogenabhängig.

Ich hatte immer das Gefühl mit mir stimmt etwas nicht, ich müsste nur anders sein, damit man mir keine Vorwürfe machte.

Ich hatte mich vollkommen vergessen und habe nur noch funktioniert, wie eine Maschine. Das ich auch ein Recht auf meine Eigenartigkeit hatte, ist mir erst jetzt bewusst geworden.


Dein Buch regt zum Nachdenken an, es eröffnet aber auch neue Sichtweisen, die sehr wertvoll sind.

Dieses Buch kann man mehrmals lesen, es wird nicht langweilig.

 

S.W. eine Leserin aus Gütersloh